Wo unser Vereinsname herkommt.
Der venezianische Bucintoro, der Staatsschiff des Dogen, ist schon im 13. Jahrhundert erwähnt. Im Protokollbuch der Prokuratoren von San Marco steht in einem Eintrag von 1289 auch schon sein Name „Bucentaurus“. Einen stichhaltigen Nachweis der Herkunft des Wortes gibt es nicht. Allerdings: „Buzo d´oro“ oder „Bucintoro“ leitet sich von „buzo“ab (lateinisch buceus = Schiff). „Buzo d´oro“ wäre dann ein goldenes Schiff. Die venezianischen Staatsschiffe von 1520, 1605 und 1727 waren vergoldet.
Kurfürst Ferdinand Maria hatte den Buzo d´oro gesehen und wollte seiner Gattin einen baierischen „Buccentaur“ zum Geschenk machen, größer und prächtiger als der in Venedig. Am 1.12.1662 wurde mit dem Bau des schwimmender Palastes begonnen: 100 Fuß lang, 25 Fuß breit. Man brauchte 100 Ruderer, 500 Gäste hatten Platz. Es gibt Berichte von rauschenden Festen auf dem Starnberger See. 1759 wurde der Buzentaur wieder abgebaut. Einige Artifekte des Schiffes befinden sich noch im Starnberger Heimatmuseum. Dort ist vor allem ein Modell zu besichtigen. Bilder des Schiffes finden sich u.a. im Nationalmuseum in München.
Der Starnberger Kunstkreis BUZENTAUR e.V. ist 1950 aus dem „Goethejahr-Hilfswerk des Landkreises Starnberg e.V.“ hervorgegangen, einer sozialen Einrichtung für „in Not geratene geistig und künstlerisch Schaffende“. Nach Gründung der Bundesrepublik, als Aufbauoptimismus Deutschland erfasste, war es konsequent, zur rechten Zeit das Vereinsziel über den rein sozialen Aspekt hinaus zur „Pflege des kulturellen Lebens in Starnberg und Umgebung“ zu erweitern und dies mit einer Namensgebung zu unterstreichen. Wer die Idee der Namensgebung hatte, ist nicht bekannt. Im Protokoll der Mitgliederversammlung vom 1.10.1950 steht: „ Nach längerer Beratung ging aus vielen Vorschlägen der Name Starnberger Kunstkreis Buzentaur“ aus der Wahl hervor.
Heute sind das Wort BUZENTAUR - wohl gemerkt in Großbuchstaben! - und das von Gerhard Joksch gestaltete Emblem, das stilisierte Segelschiff mit Rudern, unser Markenzeichen.
Siehe u.a.:
Gerhard Schober, Prunkschiffe auf dem Starnberger See. Süddeutscher Verlag München 1982.
BUZENTAUR Starnberger Kunstkreis 1950 - 2000. Festschrift.
EOS-Verlag St. Ottilien

